Die ersten drei Gipfel des Gratzener Berglandes
Vysoká (1.034 m ü. M.), Kraví hora (953 m ü. M.) und Kuní hora (925 m ü. M.) – diese drei Gipfel des Gratzener Berglandes erblicken Sie als erstes, wenn Sie von České Budějovice (Budweis) anreisen.
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Gesamtlänge
9,4 km
Dauer
ca. 5 Stunden
Landschaft
befestigte Wege und unbefestigte Waldpfade
Schwierigkeit
- mittelschwer bis anspruchsvoll
- Hinweis: Nicht geeignet für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer.
Markierung
JA
Wegbeschreibung
Auf jeden Gipfel führt ein Wanderweg, der mit roten Streifenmarkierungen gekennzeichnet ist. Auf jedem der drei Gipfel finden Sie eine Säule mit einer Metallpräge, die das Emblem des jeweiligen Berges trägt. Wenn es Ihnen gelingt, alle drei Gipfel zu erklimmen und die Embleme auf ein Gipfelblatt zu drucken (dieses können Sie zum Beispiel im Informationszentrum in Nové Hrady abholen), können Sie das Blatt nach der Wanderung – oder per Post – gegen eine Gedenkmünze eintauschen. Diese Münze wird Sie immer an Ihre Tour zu den ersten drei Gipfeln des Gratzener Berglandes erinnern. Geübte Wanderer können diese Tour an einem Tag bewältigen. Für all jene, die es ruhiger angehen möchten, mit kleinen Kindern unterwegs sind oder die Schönheit der Novohradské hory (Gratzener Berge) intensiver erleben möchten, empfiehlt sich die Aufteilung auf zwei Tage.
Egal in welcher Reihenfolge Sie die Gipfel erobern wollen: Der ideale Ausgangspunkt ist Hojná Voda, eine kleine Ortschaft, die mit einer Direktbuslinie aus České Budějovice erreichbar ist. Die meisten Wanderwege beginnen auf dem Platz vor dem Hotel, wo auch Orientierungstafeln mit Wanderkarten aufgestellt sind. Die Routen zu Kraví hora und Kuní hora verlaufen zunächst gemeinsam durch den Ort und biegen danach rechts zu einem Parkplatz ab. Von dort folgt man den grünen und roten Markierungen, wobei der rote Weg nach wenigen Metern nach rechts in einen dichten Fichtenwald abbiegt. Dieser Abschnitt ist zwar orientierungstechnisch anspruchsvoll, aber wer aufmerksam den roten Markierungen folgt, gelangt über einen steilen Pfad zum berühmtesten Felsmassiv des gesamten Gebirges: der Napoleon-Kopf. Dieser ist nicht gesondert markiert, sodass man ihn leicht übersehen kann, wenn man nur auf den Weg vor sich achtet.
Nach dieser Etappe ist der Gipfel nicht mehr weit. Als Belohnung erwartet Sie neben der Säule mit dem Prägewerkzeug eine Aussichtsplattform, von der aus man bei guter Sicht fast ganz Südböhmen überblicken kann.
Vom Gipfel gibt es zwei Möglichkeiten für den Rückweg: Entweder geht man denselben Weg zurück oder man folgt dem grünen Weg ab dem Abzweig Pod Kraví horou weiter in Richtung Kuní hora. Die Strecke verläuft anfangs angenehm und ohne große Anstiege bis zur Wegkreuzung Pod Kuní horou, die etwa 1,5 km entfernt liegt. Dort trennt sich die grüne Markierung von der roten, und man folgt der roten Markierung auf einem recht steilen, aber nicht allzu langen Aufstieg zum Gipfel. Der Weg führt durch Felsformationen, die wie die Überreste einer antiken Burgmauer wirken. Der Abschnitt durch diese Felsen ist besonders steil und verläuft über geneigte Steine und kleine Felstufen – gutes Schuhwerk und Vorsicht sind hier unerlässlich.
Der Gipfel selbst ist eine kreisrunde, flache Fläche, die an eine alte Opferstätte erinnert. Nach einer Rast führt der Abstieg über die rote und anschließend die grüne Markierung zurück nach Hojná Voda.
Doch damit ist die Gipfeltour noch nicht abgeschlossen: Es folgt die Besteigung des Berges Vysoká, des dritthöchsten Gipfels des Gratzener Berglandes. Die Route beginnt an der oberen Aussichtsplattform oberhalb von Hojná Voda. Von hier aus führt ein markierter Rundweg (rot), der über den Gipfel verläuft, eine Gesamtlänge von 8 km hat und in etwa 2,5 bis 3 Stunden zu bewältigen ist.
Während dieser Wanderung kann man einen Abstecher zum Naturdenkmal Hojná Voda Urwald machen, durch den ein Lehrpfad führt. Es lohnt sich, später auf die rote Route zurückzukehren und den Gipfel zu erklimmen. Dort erwarten Sie beeindruckende Felsformationen und unerwartete Panoramablicke. Der Gipfel selbst liegt im dichten Wald, sodass es dort keine Aussicht gibt. Eine Zeit lang stand hier eine Aussichtsplattform, die jedoch leider nicht mehr existiert. Dennoch lohnt sich der Aufstieg an diesen mystischen Ort.
Sehenswürdigkeiten auf der Strecke
Wallfahrtskirche der Heiligen Maria Trösterin in Dobrá Voda
Das Wahrzeichen des Novohradské-Gebirges, das schon von Weitem sichtbar ist, wenn man von České Budějovice aus anreist. Der Grundstein für die barocke Kirche wurde im Jahr 1706 gelegt. Nach der feierlichen Weihe im Jahr 1715 erlangte die Kirche nach und nach ihren Ruhm als einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte in Böhmen. Es war keine Seltenheit, dass hier Pilger aus Böhmen, Mähren, Österreich, Deutschland, der Slowakei, Ungarn und Slowenien zusammenkamen. Die Bedeutung des Ortes wurde durch die Existenz eines Kurortes verstärkt, der den bekannten Schriftsteller Zikmund Winter zu der Bezeichnung „Südböhmisches Lourdes“ inspirierte. In den letzten Jahren wurde die Kirche umfassend renoviert, wobei auch das Kircheninnere restauriert wurde. Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass das Ergebnis beeindruckend ist und der Besuch dieser Kirche unbedingt lohnt. Die Kirche ist auch außerhalb der Gottesdienste für Besucher zugänglich und dient neben liturgischen Feiern auch als Veranstaltungsort für kulturelle Veranstaltungen.
Hojná Voda
Die erste schriftliche Erwähnung dieser Siedlung, die heute Teil der Gemeinde Horní Stropnice ist, stammt aus dem Jahr 1553, als Wilhelm von Rosenberg 26 Siedler und Holzhauer hierher brachte. Sie gründeten die Siedlung Vilémova Hora, vermutlich zu Ehren von Wilhelm von Rosenberg. Eine weitere Erwähnung von Hojná Voda stammt aus dem Jahr 1564, als hier eine Heilquelle entdeckt wurde. Nach dieser Entdeckung wurde ein Kurzentrum gegründet, das mit einer Reihe bedeutender Besucher aufwarten konnte. In seiner Blütezeit zählten dazu neben Wilhelm von Rosenberg auch Peter Wok von Rosenberg, Mitglieder der Familie Buquoy, der Schriftsteller und Historiker Zikmund Winter und andere. Im Jahr 1623 wurde Vilémova Hora in Heilbrunn umbenannt, den heutigen tschechischen Namen erhielt der Ort von František Palacký. Im Jahr 1938 lebten in Hojná Voda über 600 Einwohner, davon 15 Tschechen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Großteil der Bevölkerung vertrieben. Durch die Einrichtung eines Grenzschutzgebietes mit Zutrittsverbot wurden die Novohradské-Berge, einschließlich Hojná Voda, zu einer fast vergessenen Region. Heute ist Hojná Voda ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderer, Radfahrer und Skilangläufer.
Urwald Hojná Voda
Der Urwald Hojná Voda ist nicht nur für die Novohradské-Berge, sondern auch für Mitteleuropa von großer Bedeutung. Gemeinsam mit dem Žofín-Urwald zählt er zu den ältesten Urwäldern in Tschechien. Er wurde 1838 vom Grafen Georg Buquoy zum Schutzgebiet erklärt. Die Lage des Reservats ist auf Karten erkennbar, und obwohl kein offizieller Wanderweg dorthin führt, ist der Zugang nicht schwierig. Von Hojná Voda folgt man der roten Markierung Richtung Vysoká. Am alleinstehenden Haus Nr. 120 verlässt der rote Weg die Asphaltstraße, aber der Zugang zum Urwald erfolgt genau über diese Straße. Der Fußmarsch dauert etwa 40 Minuten. Durch den Urwald führt ein Lehrpfad, der von den Wäldern der Tschechischen Republik angelegt wurde. Auf elf Informationstafeln entlang des Rundwegs erfährt man Wissenswertes nicht nur über den Urwald selbst, sondern auch über Forstkartografie, forstwirtschaftliche Arbeit und ein bemerkenswertes historisches Ereignis.